Dipl. Volkswirt
Vorstand der SBW AG
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Im August 2010 finden Anleger und Kreditnehmer die seit 1948 niedrigsten Zinssätze auf dem Markt.
Für den rational handelnden Anleger eigentlich traumhaft:
> Geldanlage in Real-Eigentum, also z.B. in eine Wohnung
> Finanzierung zu Zinsbelastungen niedriger als Mieteinnahmen
> ruhig schlagen und den Wirren am Aktien- und Rentenmarkt zuschauen
> Inflationssorgen einfach aussitzen
Für den , der bereits ein Darlehen hat, heißt es jetzt: Zinsen sichern, was bis zu ca. 2 Jahren im Voraus sinnvoll ist.
Chefs von Rückversicherern und einer Großbank sind sich einig: "...wenn die Finanzkrise vorbei ist, kommt die Inflation, weil das die zwei Seiten der gleichen Medaille sind ..."
Offensichtlich stellen sich auch die schon einmal zitierten "panischen Kapitalanleger" darauf ein. So wird die Allianz Versicherung in Immobilien investieren und die bisher noch eigenen Ladenlokale von Aldi-Süd kaufen (FTD vom 20.08.2010).
Der Normalanleger weiß das einzwischen auch. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien an guten Standorten steigt signifikant, was sich bereits in wieder steigenden Preisen spiegelt. Die Anleger freut das.
Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern mit ihren Betriebsräten und Gewerkschaften unter energischer Rahmensetzung der Bundesregierung hat zu einer einmaligen Stabilitätswirkung in der Welt geführt. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten belegen, dass die Beschäftigung wieder steigt.
Das ganze Gegenteil findet in der Vorzeigemarktwirtschaft, den USA deutlich. Dort steigen die Arbeitslosenzahlen, die Konsumlust sinkt, es wird dort offen über das Risiko einer zweiten Rezession nachgedacht.
Das ist ein für viele Wirtschaftswissenschaftler neues Szenario: spielte doch diesmal die Psychologie der "Wirtschaftssubjekte" die entscheidende Rolle: in Zeiten globaler Krisenszenarien sucht der Mensch einfach die Sicherheit und ist bereit, dafür Abstriche in Kauf zu nehmen.
Geht es dann wieder besser, springt die Stimmung sofort auf positiv. Das ist typisch Deutsch: "... wir steigern das Bruttosozialprodukt ...".
lt. FTD vom 19.08.2010. Sind die "Investoren in Zinspanik" und kaufen Staatsanleihen zu marginalen 2,967 % Guthabenzins!
Stellt sich die Frage, welche Investoren das denn sein mögen.
Es gibt ja schon für unter 3 % Zinsen Kredite für den Otto-Normal-Investor: er kauft einfach eine Wohnung in der Immobilienperlenstadt Erfurt, vermietet die und erzielt ganz ruhig ohne Panik und sicher 4 % Rendite aus der Miete.
"Die deutsche Wirtschaft wächst schneller als erwartet. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem ersten Vierteljahr 2010 um 2,2 Prozent". So eine dpa-Meldung vom 13.08.2010.
"Auf Jahressicht legte die Wirtschaftsleistung damit preisbereinigt um 4,1 Prozent zu. Im Krisenjahr 2009 war die Konjunktur um 4,9 Prozent abgestürzt."
Diese Tatsachen sprechen für sich. Es ist aber auch unverkennbar, dass sich sogar von dieser Seite ein gewisser Inflationsdruck aufbaut, denn in einer mit 4,1 Prozent wachsenden Wirtschaft steigen zwangsläufig auch die Löhne. Es wird auch Zeit!
Das setzt jedoch eine sicher moderate, dennoch spürbare Lohn-/ Preisspirale in Gang, da mit steigenden Löhnen mehr konsumiert werden kann, wodurch die Preise steigen.
Die Welt am Sonntag beschreibt am 11.07.2010, wie der erfahrene Kapitalanleger ganz konventionell, risikoarm und für ihn transparent sein Geld anlegt. Er kauft eine Immobilie in einer regional guten Lage und finanziert das Ganze zu den heute extrem niedrigen Zinsen.
"So macht ein Rechenexempel das deutlich: Wer heute einen Kredit über 250.000 Euro mit 15 Jahren Laufzeit für knapp vier Prozent abschließt, dessen reale Belastung sinkt bei einer Inflationsrate von vier Prozent auf null. Schließlich steigen in einem solchen Umfeld die Einkommen der Beschäftigten mit etwa der gleichen Rate."
"Immobilien sind zwar nicht der definitive Schutz, weil ihr Wert nicht direkt an die Inflationsrate gekoppelt ist, aber in der Regel erweisen sie sich in einem solchen inflationären Umfeld als sehr wertbeständig", sagt Immobilienanalyst Just.
In der FAZ vom 23.07.2010 wird durch eine Tochtergesellschaft der Norddeutschen Landesbank, die auf vermögende Privatkunden spezialisiert ist, festgestellt, dass zwar nicht mit einer galoppierenden Inflation zu rechnen sei, aber das allgemein "die Gläubigkeit in Staaten und Institutionen, wie die EZB abnimmt".
Der Anleger sucht also den Werterhalt seiner Kapitalanlage.
Nun hat das Institut für seine Kunden u.a. "Katastrophen-Bonds" als risikoarme Anlageform gefunden.
Das klingt nach weiteren finanzakrobatischen Kunststücken, die schon in der Vergangenheit nicht funktioniert haben. Hier werden Versicherungsrisiken verbrieft und im Markt verkauft. Wie man sich damit vor der Geldentwertung schützen kann, bleibt ein Rätsel.
Wer schon einmal Inflation erlebt hat, wird sein Kapital anders anlegen.
Mehr dazu im Teil 2.
Warum ist das so: weil die Konjunktur weiter nichts ist, als das aufsummierte Ergebnis des Handelns jedes einzelnen Wirtschaftssubjektes.
Wenn der Verbraucher sich also gut fühlt und in "Shopping-Laune" gerät (FTD vom 28.07.2010), dann führt das im Ergebnis zu Konjunkturerwartungen, die auf den höchsten Wert seit Oktober 2007 geklettert sind.
Die Verbraucher haben die Wirtschaftskrise abgehakt. Das ist reine Psychologie.
Real führt das dazu, dass das Institut für Wirtschaftsforschung Halle nach einer dpa-Meldung vom 10.08.2010 die Konjunkturprognose auf 2,5 % für das laufende Jahr erhöht.
Die Binnennachfrage kommt in Schwung.
Wer einmal die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland vergleicht, stellt schnell fest, dass in Erfurts Innenstadt und in Süd ein Mietniveau herrscht, wie in Hamburg oder Stuttgart!
Die Kaufpreise je m² liegen aber nur auf dem Niveau von Düsseldorf ... NUR???
Ja: Erfurt ist mittlerweile ein echter Geheimtipp für alle, die in einer lebendigen, TOP sanierten Altstadt mit Flair wohnen möchten, bei gleichzeitiger genialer Verkehrsanbindung (2 Autobahnen, einen Flughafen und Deutschlands schönsten Intercity-Bahnhof).
Die Stadt hatte letztes Jahr tatsächlich einen Einwohnerzuwachs.
so die Welt am Sonntag vom 11.07.2010
In Deutschland suchen 23,1 % ihren Zweitwohnsitz in den Mittelgebirgen, da sie zentral liegen und gut erreichbar sind. So kann man in den Thüringer Wald, z.B. auch mal übers Wochenende zur Kurzerholung fahren.
Bereits an zweiter Stelle liegt der Alpenraum mit rund 20 % Nachfragequote. Hier steht im Vordergrund, dass der Zweitwohnsitz für Jahrzehnte genutzt werden soll und auch weiter vererbt werden soll.